Blog nach dem Decken

Wie entwickelt sich der ungeborene Welpe gerade?

Schwanzknospenembryo

Entwicklung des Embryos in der ersten Woche


Befruchtung

Wenn nun auch nur eine Spermien es geschafft hat, in eine Eizelle ein zu dringen geschieht nun also folgendes:

Unmittelbar nach dem Eindringen wird die Eizelle ein Befruchtungsmembran bilden, das von keinem weiterem Spermium durchdrungen werden kann. Der Spermiumkopf verdickt sich nun in der Mitte der Eizelle und wird zum Samenkern. Der Eikern wandert ebenfalls zur Mitte und die beiden Kerne verschmelzen zu einer Einheit. Der Beginn eines glücklichen und langen Golden Retriever Lebens.

Empfehlung: Video zur Fertilization von Nucleus Medical Media. © Nucleus Medical Media

Der lange Weg der Spermien bis zur Verschmelzung der Kerne wird sehr schön in diesem Video auf Youtube erklärt.


15. Februar 2020

Glauben

Heute ist der 4. Tag nach der Befruchtung der Eizelle, und ich warte auf ein Zeichen. Nur ein klitzekleines Zeichen, das der Deckakt geglückt ist. Aber ich warte vergeblich.

Wie die meisten Züchter, beobachte ich eine stärkere Anhänglichkeit bei meinen Hündinnen nach dem Decken. Auch ein erhöhtes Ruhebedürfnis oder einen gesteigerten Appetit stelle ich manchmal fest. Diese sind als Zeichen zwar zweifellos interpretierbar, aber längst nicht zuverlässig.

Vereinigung

Bei einem Blick in Chandras Bauch würden wir die Zygoten sehen, die aus der Vereinigung von Spermien und Eizelle entstanden sind. Und wie sich die Zellen, auf ihrer Wanderung entlang der Eileiter zur Gebärmutter, durch Furchung immer wieder in zwei neue, gleich große Zellen teilen, teilen und weiter teilen. Für eine 2-fache Teilung, also in 4 Zellen, braucht die Zygote 120 Stunden und ist dann etwa einen zehntel Millimeter groß.

So erstaunlich das auch ist ... Es macht weder müde, noch hungrig.

Trotzdem glauben wir gerne daran.


Entwicklung des Embryos in der zweiten Woche


19. Februar 2020

Rundes

Ausgelassen ziehen Jolie, Danee und Chandra auf dem Feld am Waldrand ihre Runden. Ich werfe einen Ball. Geblendet von der tiefstehenden Sonne, kann ich Chandra nur schemenhaft erkennen. Sie sprintet hinter dem Ball her, immer im Wettrennen mit den anderen beiden. Und packt sich den fliegenden Ball.

Nur ein paar Augenblicke später, steht Chandra mit ihrer Beute im Fang erwartungsvoll wieder vor mir. Und wie Chandra da so vor mir steht, werfe ich vom Ball inspiriert einen fragenden Blick auf ihre Flanken ... „Na, bist du trächtig?“

Dann ein tiefer Blick in ihre schwarzen Augen. Aber da ist nichts, was etwas über die Zukunft verrät. Und so bleibt es weiterhin ihr ganz eigenes Geheimnis.

Die runden Blasenkeime, die sich aus den befruchteten Eizellen entwickelt haben, sind nach der Wanderung durch die Eileiter, im Uterus angekommen. Hier bewegen sich noch unregelmäßig und frei. Wie ein Ball der immer wieder hochspringt und weiter hüft.
Kaum mehr als einen Millimeter sind die Blasenkeime jetzt groß. In ihnen befinden sich bereits 3 Keimschichten, die für die spätere Anlage der Welpen verantwortlich sind. Aus der inneren Schicht werden die Atmungs- und Verdauungsorgane, aus der mittleren Herz und Skelett angelegt und aus der äusseren bilden sich Nervensystem und Sinnesorgane.

Das Leben ist in diesem Stadium rund – beinahe so wie ein fliegender Ball.


23. Februar 2020

Am ersten Tag waren sie nur ein geißelnder Zellkern, kreiselnde Keimzellen, sich behäbig vorwärts kämpfend auf der Suche nach einer Eizelle, kaum größer als ein Funkeln im Auge ihrer Mutter. Letztlich, am dritten Tag hatten sie das Ziel erreicht. Zygote nennt man sie seitdem. Sie teilten sich und wuchsen, was das Zeug hält. Aus zwei Zellen wurden vier, sechzehn aus acht und sie sind ziemlich gespannt, im wörtlichen Sinne.

Die Zellen sind dicht an dicht an der Aussenwand gelagert, das Innerste ist beinahe hohl. Mit Sack und Pack lassen sich die Zygoten schnaufend am Wegesrand nieder. Nach so großer Anstrengung steht ihnen der Sinn allein nach Gemütlichkeit – und weil das schlüsselfertige Heim längst zu klein für sie geworden ist, schlüpfen sie am 12. Tag als frühe Embryonen schnell aus ihrer Umhüllung heraus.

Hatching - die erste Geburt

Hatching - so nennt sich die "erste Geburt". Wie das aussieht zeigt dieser schöne Film auf Youtube "ivf embryo developing over 5 days by fertility" von Dr Raewyn Teirney. Copyright © Dr. Raewyn Tierney (bisherige Entwicklung eines menschlichen Embryos bis zum Schlüpfen)

Alle Zellen haben ihren Bestimmungsort erreicht haben und es ist ein zentraler Hohlraum entstanden. Der größere Zerlaufen am Ende der Entwicklung ist das sehr frühe embryonale Gewebe.

Gebärmutter

Die Gebärmutterhörner bereiten sich auf das Einnisten der Embryos vor. Das Gewebe schwillt punktuell an, so dass viele kleine Senken entstehen. Diese Mulden können später einen Embryo aufnehmen.


25. Februar 2020

Einnisten

Um weiter wachsen und gedeihen zu können, müssen sich die Blastozysten in den Gebärmutterhörner einnisten und Kontakt mit Chandras Blutkreislauf aufnehmen.

Dazu sondern die äusseren Trophoblast-Zellen Enzyme ab, die einige Zellen in der obersten Schicht der Gebärmutterschleimhaut auflösen. Der Embryo kann sich nun in das Bindegewebe der Schleimhaut schieben. Über ihm wachsen neue Hautzellen und schließen die „Wunde“.

Eine Blastozyste nistet sich ein

Verbindung

Ende der zweiten Woche verbinden sich die beiden Blutkreisläufe. Auf diese Weise wird der Embyro von nun an bis zu seiner Geburt Sauerstoff, Nährstoffen und anderen chemischen Substanzen versorgt.

Schließlich ist die Verbindung zwischen der Blastozyste und Mutter sehr stark. So stark, dass eine Trennung der Beiden ohne Schädigung nicht mehr möglich ist.


Entwicklung des Embryos in der dritten Woche


29. Februar 2020

Aufgabenverteilung

Aus dem frühem embryonalem Gewerbehaufen entwickelt sich eine Keimscheibe. Diese besteht aus einer inneren Zellschicht (Epiblasten) und einer äusseren Zellschicht (Hypoblasten). Die noch als zweiblättrig bezeichnete Keimscheibe entwickelt sich schnell weiter.

Dreiblättrige Keimscheibe

Im hinteren Drittel der Keimscheibe bildet sich der Hensen´sche Knoten. Er ist der „embryonale Organisator“.

Dieser Knoten bildet den primitiven Streifen, in Form einer Rinne, aus. An der Seite dieses Streifens entsteht auch das dritte Keimblatt, das Mesoderm. Es schiebt sich zwischen das  innere und äußere Keimblatt. Damit ist Differenzierung der Zellschichten beendet, und es beginnt die wirkliche Geburtsstunde des neuen Lebewesens.

Keimscheibe

Für alle Interessierten die genauere Informationen dazu suchen, kann ich einen Auszug aus dem Online-Embryologiekurs empfehlen (entwickelt von den Universitäten Freiburg, Lausanne und Bern). Es handelt sich dort zwar um die Humane Embryologie, doch die ist vom Ablauf her noch mit dem Hund identisch.

Empfohlener Link:

http://www.embryology.ch/allemand/hdisqueembry/triderm01.html

Aufgaben der Keimblätter

Die Namen sind nicht das Wichtige, viel mehr das was aus diesen Keimblättern später entsteht.

Ektoderm ist die Außenschicht und entwickelt sich zu Haut, Nerven und Sinnesorganen.

Mesoderm der die Mittelschicht bildet, entwickelt innere Organe wie Herz, Milz, Nieren, Keimdrüsen und Gewebe, Muskeln und Knochen.

Endoderm, auch Innenschicht, bildet den Ursprung für Organe, die mit dem Verdauungstrakt in Verbindung stehen, wie Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Lunge, Atemwege, Blase und Schilddrüse.

Doch das faszinierendste daran finde ich, dass die Zellen ihre Aufgabe kennen. Doch woher wissen was sie zutun haben? Wohin sie wandern müssen, was aus ihnen werden soll? Erst allmählich gewinnen Wissenschaftler eine Vorstellung von der Wirkungsweise der Steuerungsmechanismen in der embryonalen Entwicklung. Etwa davon, wie bestimmte Gene einzelne Zellen dazu veranlassen, sich zu Leber-, Hirn-, Haut- oder Haarzellen zu spezialisieren oder Hände wachsen zu lassen.

Die entscheidende Schicht

Was so ausgeklügelt und perfekt abgestimmt klingt, ist tatsächlich eine Meisterleistung der Evolution. Eine maßgebliche Rolle spielt dabei der Trophoblast, eine Struktur, die nur bei höheren Säugetieren vorkommt und deshalb auch ein Schlüsselmerkmal dieser Tierklasse ist. Diese Zellschicht ermöglicht nicht nur die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter. Die Plazenta, die daraus hervorgeht, bildet auch eine immunologische Barriere und erlaubt dadurch ein langes Heranwachsen der Nachkommen im Mutterleib.


03. März 2020

Die Menge stellt die Weiche

Woher kennen denn die Zellen eigentlich ihre Bestimmung?

Die Wissenschaftler Takashi Hiiragi und Jens-Erik Dietrich analysierten in zahlreichen Experimenten, wann die ersten Unterschiede zwischen den Zellen im frühen Maus-Embryo auftauchten.

Ein Embryo benötigt 3 wichtige Proteine zur Entwicklung. Bisher war bekannt, das diese Proteine nach einer dreimaligen Teilung der befruchtenden Eizelle, noch in allen Zellen zu finden sind.

Die Experimente von Hiiragi und Dietrich ergaben, dass schon wenige Teilungen später die Situation geändert hatte. Wenn die Blastozyste bereits aus 64 bis 128 Zellen besteht und zwei klar unterscheidbare Zellschichten ausgebildet hat, sind die Eiweiße nur noch in der inneren Zellmasse, oder aber ausschließlich in den äußeren Zellen zu finden. Also entscheidet die Menge des Eiweißes maßgeblich darüber, was sich der Zelle entwicklt.

Doch was geschieht jetzt weiter mit unseren frühen Embryos, die jetzt 22 Tage alt sind?

Abfaltung

Der embryonale Organisator - der Hensen´sehe Knoten verschieb die Keimblätter so, dass das Neuralrohr entsteht. Hier wird sich später die Wirbelsäule unseres kleinen Golden Retrievers bilden.

Faltenbildung - das Neuralrohr entsteht

Neuralrohrbildung

Eingebettet

Von jeder Seite des Neuralrohrs stülpt sich eine Falte der Aussenschicht über den frühen Embryo. Nach der Verschmelzung wird sie die Fruchtblase entwickeln. Die entstehende gefäßlose Blase wird später unseren kleinen Golden Retriever Welpen während der Geburt schützen.

Entstehung der Fruchtblase

Bildung der Fruchtblase

Die auf einander zu gewachsenen Ränder der Primitivrinne, haben sich zunächst nur in der Mitte vereinigt und bleiben am „Kopf“ und am „Schwanz“ offen.

An den Seiten des enstandenen Neuralrohrs haben sich die Urwirbel geformt.

Wenn das Neuralrohr ausgebildet ist, löst sich vom äusseren Keimblatt ab und verlagert sich ins Innere des Embryos. Der Grundstein für das Rückenmark gelegt.

Organ- und Hirnanlage

Der Druck der Flüssigkeit im Neuralrohr steigt an und die Zellen wandern zum "Kopfende", es kommt zur Verbreiterung im Kopfbereich. Das zentrale Nervensystem wird gebildet - das Gehirn. Durch Abfaltung des Nervengewebes im Kopfbereich entstehen die unterschiedlichen Abschnitte des Gehirns. In den nächsten Tagen werden die ersten Hirnbläschen ausgebildet. Erstaunlicherweise werden bereits dann erste Hirnstörme messbar. Für die spätere Kopfbildung hängt dann die Hirnanlage frei nach vorne über, was ganz gut auf der Zeichnung zu sehen ist. Die Anlagen der Organe werden ausgebildet und die Form des Embryo erinnert sehr an eine Schuhsohle.

Embryo 16 Tage alt

Embryo 16 Tage alt

Stadium

Als das Embryonalstadium wird die Zeit der Blastozyste (ca. 15 Tage n. E.) und bis zum Ende der Organanlage (ca. 28 Tage n.E.) bezeichnet.


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